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Der Traum vom Fliegen

Der Traum vom Fliegen

- ein Wandertag der etwas anderen Art -

 

Mit einem mehr oder minder mulmigen Gefühl, aber auch einer großen Portion Vorfreude stapfen die Schüler der Klasse 11d des Pestalozzi-Gymnasiums aus München den Lenggrieser Übungshang für Gleitschirmflieger hinauf: Die einmalige Chance, den Wandertag aus einer vollkommen neuen Perspektive - der Vogelperspektive - zu erleben, will sich keiner entgehen lassen. Kaum auf der Kuppe des Hügels angekommen, geht es auch schon los! Von der Fluglehrerin Frau Renate Schatzl kurz ein wenig eingeführt, stellen sich die ersten potentiellen Flieger in Startposition, das Herz schlägt bis zum Hals, dann nur noch losrennen, die Arme über den Kopf, den Schirm im Rücken. Den ersten Piloten fehlt es wahrlich nicht an Mut, aber das Abheben ist anscheinend doch leichter gesagt als getan. Irgendwie hatte das beim Paradeflug von Frau Schatzl leichter ausgesehen.... Aber wer will denn gleich aufgeben? Nein, das will niemand, stattdessen geht es nach den ersten etwas unsanften Landungen schnurstracks wieder den Hügel hinauf. Sofort versuchen die nächsten Piloten ihr Glück; bis sich jedoch die ersten Erfolgserlebnisse einstellen, dauert es noch eine ganze Weile: Einer nach dem anderen kommen sie mehr stolpernd als rennend den Hang hinuntergesaust, mit nur einem Ziel, nämlich endlich zu fliegen!! Dieser Traum purzelt erst einmal in die nächste Bruchlandung schon beim Losrennen oder scheitert bei denen, die sich gar zu gemütlich ins Geschirr setzen wollen, an der Bequemlichkeit. Zu bequemlich eingestellt darf man wirklich nicht sein, schließlich muss man ja auch wieder - bepackt mit dem Fluggerät - den Hügel hinaufkommen. Aber wofür gibt es eine gute Klassengemeinschaft, wenn nicht, um in solchen Situationen tatkräftig Unterstützung zu leisten? Einige Fehlversuche (Was tut man nicht alles für seine Träume?) später gelingt endlich der erste „Höhenflug“, der stürmischen Beifall erntet. Für fast noch größere Belustigung sorgt der stolze Pilot mit seinem gewaltigen Jubel. Von da an ist die gesamte Klasse angesteckt von der Euphorie und mit noch größerem Feuereifer bei der Sache. Zwischen den Anfeuerungen der unermüdlichen Frau Schatzl ( „Lauf, lauf, lauf !“), die einen noch in den Traum begleiten sollten, Seilverwirrungen und -verhedderungen und einer riesigen Gaudi bei gelungenen wie verpatzten Flügen, werden alle nicht nur vom Wind, sondern auch der entstehenden Gruppendynamik getragen. Das geht so weit, dass die vorgesehene Zeitplanung über den Haufen geworfen und der Wandertag kurzfristig verlängert wird. Wieder und wieder wollen die Schüler einen Versuch unternehmen, ganz egal, wie anstrengend das auch ist. Denn wer einmal geflogen ist, den tragen die Flügel der Begeisterung noch bis in den späten Abend hinein. Auch wenn die Flugkünste bisweilen noch ein wenig zu wünschen übrig lassen, bringen die kostenlos (!!) zur Verfügung gestellten Gleitschirme der Firmen NOVA und PARATEC jeden einzelnen Schüler wieder sicher auf den Boden. Unser besonderer Dank gilt auf alle Fälle Frau Schatzl, die uns einen einzigartigen und unvergesslichen Tag bescherte. Denn, wenn auch nicht jeder bei diesem außergewöhnlichen Wandertag geflogen ist, so verging zumindest die Zeit wie im Flug!

 

Isabella Beck und Eva Poschenrieder für die Klasse 11d