Schulprojekt Berlin-Bodensee 2016

Fliegen Lernen in der Schule
 
Die letzten schönen Tage im Oktober 2015 nutzten 15 Schülerinnen und Schüler der Christlichen Schule im Hegau zusammen mit Ihrem Lehrer und Gleitschirmpiloten Michael, um nichts weniger als das Fliegen zu lernen. Gleitschirmfluglehrer Borris war mit vier Alpha 5 aus Berlin angereist.
Die ersten zwei Stunden wurde erstmal etwas theoretisch an die Sache herangegangen, bis die vom Morgentau noch feuchte Wiese abgetrocknet war. Seile wurden umgetauft, aus Stoff wurde Segel und aus den „Dingern da zum Festhalten“ wurden die Tragegurte.
Mit diesen neuen Begriffen ausgestattet ging es praktisch ans Werk – gleich an der Schule in Hilzingen konnte auf dem Rasenplatz das Aufziehen und Stabilisieren des Schirms geübt werden. Mit den von Advance zur Verfügung gestellten Alpha 5 ging das leichter, als die Schülerinnen und Schüler erwartet hatten. Trotzdem waren am Ende des ersten Tages alle ziemlich ausgepowert.
Mit Vesperpaketen und frischer Energie gings am nächsten Morgen an den Übungshang der Drachenflieger in Spaichingen. Die ersten wollten gleich ganz oben aufziehen – mussten sich aber Schritt für Schritt an die zunehmend wachsende Höhendifferenz gewöhnen. Groß war die Freude, als am Nachmittag dann tatsächlich die ersten Flüge mit mehreren Metern Luft unterm Hintern gemacht werden konnten.
Enttäuschte Gesichter, als am nächsten und damit letzten Tag der Wind zwar zunahm, aber leider von hinten kam. Schnell war der Plan gefasst, im nächsten Frühjahr weiter zu machen.
So kam es, dass sich in der Woche vor Ostern fünf Begeisterte am Übungshang der Spaichinger Drachenflieger wiedertrafen. Die Starttechnik wurde verfeinert, der Abbruch geübt, erste Kurven geflogen – das Ziel immer fest vor Augen: ein richtiger Flug vom Berg. Davor stand noch einmal Theorie, damit dann da oben auch alles auf verlässlicher Wissenbasis steht bzw. fliegt.
Nach einem Vormittag am Übungshang in Egg im Bregenzerwald hieß es dann das frühlingshafte Tal verlassen und hinauf in den Schnee auf die Niedere. Im vorerst kräftigen Südwind konnten einige Aktionen waghalsiger Piloten beobachtet werden und unter Anleitung durch Fluglehrerassistent Andreas, der genauso ehrenamtlich dabei war wie Michael und Borris, analysiert werden. Klar war danach, dass das Warten auf die richtigen Bedingungen eine absolute Grundlage für sicheres Fliegen ist. Es gab eine warme Suppe in der Bergstation und der Wind flaute ab.
Dann gings los für die vier jungen Piloten und die vier nagelneuen Alpha 6. 1031 Höhenmeter wurden (wie) im Fluge überwunden. Kreise rechts und links, dazwischen die neue Dimension ausführlich genießen, Landeeinteilung und Landung und dann die begeisterten Blicke in diesen Himmel, der gerade das erste Mal alleine durchquert wurde. Als die Eltern nach drei Tagen die Jungs wieder abholten, durften sie erkennen, dass die wohl flügge geworden waren.
Und die vier werdenden Piloten wurden seit her so einige Male beim Fachsimpeln beobachtet. 
Großer Dank geht an die Unterstützer: Advance, Flugschule Mergenthaler und die DHV-Jugend!